Ein eigenes Haus an den Küsten – davon träumen die meisten Deutschen in Bezug auf ihre Ferienimmobilien. Einer Studie des Internetanbieters Immobilienscout24 zufolge würden rund 66 Prozent der Befragten eine freistehende Immobilie bevorzugen; etwa ein Viertel gab an, lieber eine Ferienwohnung kaufen zu wollen.

Dabei ist immer noch die Küsten beliebtester Standort der Zweitimmobilie. Für fast 70 Prozent der Deutschen ist die Nähe zum Meer oder eine direkte Wasserlage ein Muss. Deutschland, Spanien, Italien und Frankreich rangieren hier weiterhin unter den Top-10 der bevorzugten Länder. Aber vor allem die neuen EU-Staaten holen auf.

Der Erwerb von Zweitimmobilien ist jedoch europaweit nicht einheitlich geregelt. Während in unseren Nachbarstaaten wie Frankreich und Spanien problemlos ein Haus oder eine Wohnung gekauft werden kann, müssen etwa in Finnland oder Kroatien landestypische bürokratische Vorschriften eingehalten. Dagegen ist es in Rumänien oder Dänemark für Deutsche schwierig, eine Immobilie als Zweitwohnsitz zu erwerben.

Bulgarien:
Der Kauf von Häusern und Apartments ist in Bulgarien sehr unkompliziert. Allerdings dürfen Ausländern kein Land erwerben. Sobald der Käufer einen Vorvertrag abgeschlossen hat, ist er an den Kauf gebunden. Im Gegensatz dazu ist ein Reservierungsvertrag nicht bindend. Nachdem der Vorvertrag in Beisein eines Anwalts unterschrieben wurde, muss eine 10-prozentige Anzahlung geleistet werden. Wenn ein zu kaufendes Apartment in einem noch nicht fertig gestellten Projekt (Off-Plan) liegt, werden Teilzahlungen geleistet. Dies sind üblicherweise drei Zahlungen, von 30 Prozent des Gesamtpreises und eine 10-prozentige Endzahlung nach der Fertigstellung; dieses kann aber variieren.

Dänemark:
Nach EU-Recht darf sich grundsätzlich jeder Bürger der Union in Dänemark frei niederlassen und zu diesem Zweck ein Wohnhaus („helaarshus“ – Ganzjahreshaus) oder eine gewerbliche Immobilie erwerben. Um eine Ferienimmobilie für Privatzwecke kaufen zu dürfen muss ein EU-Bürger jedoch zuvor fünf Jahr fest in Dänemark gewohnt haben. Seltene Ausnahmen werden im Einzelfall über einen Antrag beim Justizministerium genehmigt, wenn ein familiärer dänischer Hintergrund oder ein sonstiger enger persönlicher Bezug zu Dänemark nachgewiesen werden kann. Einzelheiten können beim dänischen Konsulat erfragen werden.

Finnland:
Deutsche ohne festen Wohnsitz in Finnland benötigen zum Hauskauf die Genehmigung der zuständigen Provinzverwaltung. Das ist im allgemeinen problemlos, wenn das Grundstück nicht gerade in einem Naturschutzgebiet oder in einem militärischen Sperrbezirk liegt.  
Beim Kaufprozess übernimmt der Makler zugleich die Aufgaben eines Notars. Für seine Arbeit verlangt er in Finnland 4 bis 5 Prozent des Kaufpreises. Hat der Verkäufer den Makler eingeschaltet, zahlt der Käufer nichts. 

Frankreich:
Häuser und Wohnungen können im Nachbarland der Deutschen problemlos erworben werden. In den beliebtesten Regionen sind auch deutschsprachige Makler ansässig.

Griechenland:
Die griechische Gesetzgebung untersagt Ausländern den Kauf oder die Pacht von Immobilien in gesetzlich festgelegten Grenzgebieten. Das sind jene, die geografisch keine unmittelbare Grenze zu einem anderen Staat bilden. Grund und Boden sind in Griechenland nicht durch ein Kataster erfasst. Liegenschaften werden durch einen von einem Ingenieur unterzeichneten Lageplan (Topographiko) nachgewiesen.

Irland:
Ausländer dürfen für private Zwecke nicht mehr als fünf acres (rund 20.000 Quadratmeter) Grund und Boden erwerben. Der Kauf von größeren Immobilien muss von der Landkommission genehmigt werden. Wer unbebautes Land erwerben will, sollte auf Vorlage einer offiziellen Baugenehmigung bestehen und sich nicht auf die Zusicherungen des Verkäufers verlassen.  

Irischen Maklerverband:
The Irish Auctioneers and Estate Agents Association,
38 Merrion Square, Dublin 2 / Ireland
Tel: 003531/762011 oder 763 451

Italien:
Immobilien lassen sich hier problemlos erwerben.

Kroatien:
Der Erwerb ist grundsätzlich möglich, allerdings bedarf es der zeitintensiven Zustimmung des kroatischen Außenministeriums.

Malta:
Ein ausländischer Käufer darf auf Malta und Gozo nur eine Immobilie erwerben.

Niederlande:
Der Immobilienkauf in den Niederlanden durch Ausländer bereitet keine Probleme – jeder kann kaufen. Allerdings sollte beachtet werden, dass Ferienhäuser oft nicht das ganze Jahr über bewohnt werden dürfen.

Norwegen:
Grundsätzlich darf jeder Ausländer in Norwegen Eigentum erwerben. Voraussetzung ist jedoch eine Kaufgenehmigung der Gemeinde. Diese wird jedoch bei unbebaute Grundstücke erst ab 2.000 Quadratmetern Fläche, bei bebaute Grundstücke generell erst ab einer Fläche von 100.000 Quadratmetern benötigt. Allerdings gibt es für besonders reizvolle Gegenden spezielle Bestimmungen, die den Kauf von Immobilien, die ausschließlich Ferienzwecken dienen, ein- schränken sollen. Dieses komme allerdings selten zum Tragen. 

Polen:
Bürger der EU, die in Polen einer Zweitwohnung erwerben wollen, benötigen noch je nach Lage bis zum 1. Mai 2009 eine Genehmigung für den Kauf. Auch wer ein Haus als Zweitimmobilie kaufen möchte und noch keine vier Jahre in Polen gelebt hat, braucht die Zustimmung der örtlichen Gemeinde.

Portugal:
Jeder EU-Bürger kann in Portugal ohne Einschränkung Immobilien erwerben. ein Kaufvertrag ohne notarielle Beurkundung rechtlich bindend.

Rumänien:
Fünf Jahre nach dem Eu-Beitritt dürfen Ausländer keinen Baugrund kaufen. Sind sie jedoch polizeilich gemeldet, können sie Grundstücke kaufen wie jeder Rumäne auch. Wohnungen und Häuser darf jeder Ausländer wie schon vor dem EU-Beitritt ohne Einschränkungen kaufen.

Schweden:
Sommer- und Wochenendhäuser sind in Schweden ohne Probleme zu haben.

Spanien:
Dem Kauf von Immobilien durch Nicht-Spanier steht nichts im Wege.

Türkei:
Zwar können Deutsche ohne Probleme Häuser und Wohnungen kaufen, jedoch sollte auf ungeklärte Eigentumsverhältnisse und auf ohne Genehmigung erbaute Immobilien geachtet werden. 

Zypern:
EU-Bürger, die nicht auf Zypern wohnhaft sind, können unbegrenzt Grundstücke kaufen. Der Immobilienbesitz jedoch ist auf ein Haus oder Apartment beschränkt. Zudem müssen eine Genehmigung zum Kauf einer Immobilie oder eines Grundstücks beim Ministerium beantragen. Diese Beschränkung sowie die Voraussetzung einer Beantragung einer Genehmigung sollen bis zum Jahr 2009 aufgehoben werden.

acw

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