Wer seine neu gebaute Immobilie im EU-Ausland vermietet, muss diese neuerdings degressiv anstatt linear abschreiben. Dies gilt für Objekte, für die der Bauantrag beziehungsweise Kaufvertrag bis Ende 2005 eingereicht sowie abgeschlossen wurde, berichtet das Internetportal steuertipps.de

Bisher gab es nach Paragraph 7 Absatz 5 des Einkommenssteuergesetzes (EStG) die höhere degressive Abschreibung (AfA) nur für Immobilien in Deutschland. Bei Häusern im Ausland war dagegen nur die niedrigere lineare AfA möglich. Diese Ungleichbehandlung von in- und ausländischen Mietimmobilien hat der Europäische Gerichtshof 2009 für gemeinschaftsrechtswidrig erklärt, berichten die Experten von steuertipps.de. Begründet haben die Richter ihren Spruch, damit, dass in Deutschland wohnende Vermieter vom Finanzamt nicht schlechter behandelt werden dürfen, nur weil ihr vermieteter Grundbesitz im EU-/EWR-Ausland liegt.

Dieses Urteil hat der Gesetzgeber jetzt in deutsches Recht umgesetzt. Der geänderte § 7 Abs. 5 EStG gilt für alle noch offenen Steuerbescheide – auch wenn sie Jahre vor 2010 betreffen.

Durch Ansatz der degressiven AfA anstelle der linearen AfA erhöht sich den Experten zufolge in den ersten Jahren ein ausländischer Vermietungsverlust; ein ausländischer Vermietungsüberschuss verringert sich. Wie sich das auf die deutsche Einkommensteuer auswirkt, hängt davon ab, ob der ausländische Staat oder Deutschland nach dem jeweiligen DBA das Besteuerungsrecht für Ihre ausländischen Vermietungseinkünfte hat.

Immobilien in Drittstaaten außerhalb der EU profitieren von der Gesetzesänderung nicht, denn hier bleibt es bei der linearen AfA.

Tipps zu diesem Urteil gibt es hier.

acw

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