Über das ausgelassene Lachen der Kinder, das fordernde Bellen der Hunde und das Rufen der Eltern legt sich ein stetiges Rauschen. Es schwillt nicht an und ab, dringt nicht mal lauter mal leiser ans Ohr. Es ist allgegenwärtig und bildet einen Grundton, dem sich alle anderen Laute unterordnen. Die Wellen branden an den dunkel-beige farbenen Strand, schäumen und spritzen, bilden durchsichtige Wasserzungen, die gut zwanzig Surfbrettlängen über den feinen Sand schlecken und versuchen, die Füße der Kinder zu fangen. Die Surfer in ihren schwarzen Neoprenanzügen und den Wellenreitern unterm Arm marschieren durch die verspielten Wellen Richtung Meer. Weiter draußen, wo die Wassermassen in gleichmäßigen Abständen sich vorschiebenden grüne Hügel bilden, warten Gleichgesinnte auf die perfekte Welle, den perfekten Ritt, einen Moment der völligen Glückseligkeit.

Im Sommer ist der Strand von Fistral Beach in Newquay, Cornwall sehr voll. Doch jetzt in der Nebensaison, Mitte Oktober, stehen nur noch zwei Fahrzeuge der Rettungsschwimmer, der RNLI, am breiten Strand. Auf der heruntergeklappten Heckklappe steht ein Rettungsschwimmer barfuß und dick eingemummelt in roter Hose und rotem Parka – die hochgeklappte Kapuze ist neon-gelb. Er blickt gelangweilt aufs Wasser. Nur ein paar schwarz gekleidete Gestalten sitzen draußen in den Wellen, Surfschüler in bunten Leibchen tummeln sich in den schäumenden Ausläufern. Die Kinder und Hunde platschen durch die flache Pfütze, die das Meer auf dem breiten Strand hinterlassen hat, und spiegeln sich darin gemeinsam mit den vorbeiziehenden Wolken und dem blauen Himmel. Rechts blickt das imposante Headland Hotel mit dominant und leicht verächtlich von seiner Klippe herunter. Auf der linken Seite haben Einfamilienhäuser und kleinere, weiß getünchte Bettenburgen den besten Blick der Welt auf das Hotel, den Strand, die Bucht und das bunte Treiben.

Fistral Beach in Cornwall, England: Der Himmel berührt das Meer. (Foto: Wimber)

Faktenblock: Fistral Beach, Newquay, Cornwall, England
Der Badeort Newquay ist einer der bekanntesten Englands. Fistral Beach gilt als einer der besten und bekanntesten Surf-Spots; hier fanden schon eine Reihe nationaler und internationaler Wellenreitwettbewerbe statt. Auf der westlichen Seite, an der Mistral Bay, liegt der lange und bei Ebbe extrem breite Fistral Beach (mit den zwei Surfschulen Fistral Beach Surf School und Quiksilver Surfschool). Der auch als Stadtstrand bekannte Towan Beach öffnet sich in Richtung Nordosten gen Newquay Bay. Er ist enger und wird von der Hafenmauer auf der einen und hohen Klippen auf der anderen Seite begrenzt (Surfschulen: Escape Surf School und die Newquay Surfing School).

Am Fistral Beach gibt es neben den Surfschulen und Ausleihstationen Klamotten- und Pasty-Läden, Restaurants und (teure) Parkflächen direkt am Strand. Die Rettungsschwimmer sind von März bis Ende Oktober vor Ort. Towan Beach liegt am Ende einer abschüssigen Straße – das Parken ist hier nicht möglich. Die bunten Häuschen an der Straße beherbergen Eisläden, Surfbrettverleihstationen und Restaurants.

Towan Beach in Newquay ist ein beliebter Surf-Spot in Cornwall. (Foto: Wimber)

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