Wir Deutschen verreisen am Liebsten im eigenen Land. Fast jeden Fünften zieht es an die Ostsee. Damit wurde die „geliebte Gletscherpfütze“ – wie ein großes deutsches Magazin einmal schrieb – zu einem der beliebtesten Reiseziele für Heimaturlauber. Die Ostseeküste von Schleswig-Holstein bis Polen hat für dabei jeden etwas zu bieten: feinen Sand und lange Seebrücken, Promenaden und Animation, Hunde- und FKK-Strände.

Probstei – von breit bis natürlich
Die Füße in herrlich warmen Sandstrand vergraben – das ist Urlaubsfeeling pur! Eine gehörige Portion feinen Ostseesand finden Urlauber unter anderem in der Probstei. Mit 20 Kilometern von Laboe bis zum Stakendorfer Strand liegt hier einer der längsten Sandstrände an der Ostseeküste. Im Ostseebad Laboe ist er mit bis zu 70 Metern am breitesten.  Am gepflegten Kurstrand können sich Urlauber in Strandkörben ausruhen oder „Ship Watching“ betreiben. Hinter dem U-Boot U-995 und dem 85-Meter hohen Marineehrenmal, die besichtigt werden können, beginnt ein Naturerlebnisraum mit meereskundlicher Station. 

Weiter östlich lockt Stein mit besonders flachem Wasser, das bei Eltern sehr beliebt ist. Anschließend, zwischen Heidkate und Kalifornien, bilden die zahlreichen Bunen ruhige, flache Badestellen. Von Wendtorf aus lohnt sich eine Radtour den Deich entlang bis zum Naturschutzgebiet Stakendorfer Strand, wo an den Fischerbuden fangfrischer Fisch serviert wird. 

Nicht immer so leer: Die Strände der Probstei sind bei Familien und Wassersportlern beliebt. (Foto: Wimber)

Heiligendamm – edle Villen und nackte Menschen
Das älteste Ostseebad heißt Heiligendamm. Berühmt wurde das zu Bad Doberan gehörige Seeheilbad vor allem durch seine eindrucksvolle Architektur. Die klassizistischen Bade- und Logierhäuser, die zwischen 1793 und 1870 von namhaften Baumeistern entworfen wurden, bieten noch heute einen Augenschmaus. Hinzu kommt ein 20 Meter breiter feinsandiger Strand, der allerdings auch steinige Bereiche hat. Nach dem Strandbesuch lockt die Bäderbahn Molli, die Urlauber und Einheimische zwischen Kühlungsborn, Doberan und Heiligendamm hin und her kutschiert. 

In Kühlungsborn verteilen sich die feinen Sandkörner über sechs Kilometer. Der Strand bietet jedem das Seine: Sauberen Sand mit Strandkörben nahe der Seebrücke im Zentrum – kleine Gäste können sich hier auf zwei Spielplätzen austoben und es gibt ein Animationsprogramm. Westlich der Seebrücke in Richtung Riedensee können Urlauber am Naturstrand Steine sammeln. Östlich des Zentrums liegt der FKK-Strand, der über den einzigartigen  FKK-Strandwanderweg mit dem textilfreien Strand Heiligen­damm verbunden ist.

Prerow – fein, weiß, breit
Der bis zu 80 Meter breite und fünf Kilometer lange Strand von Prerow auf dem Darß gilt als der schönste deutsche Ostseestrand. Weißer, feinkörniger Sand und glasklares Wasser zeichnen ihn aus. Am Nordstrand ist das Meer besonders flach und deshalb beliebt bei Eltern. Auf dem Weg dorthin können Urlauber auf der Promenade Strandspielzeug oder Proviant kaufen. Kleine, nette Restaurants laden ein, sich für einen Kaffee oder fangfrischen Dorsch hinzusetzen und dem Treiben zuzuschauen. 

Prerow selbst wird eingerahmt von Meer und Bodden und ist vom „Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft“ mit Wäldern, Heide, Moor und Wiesen umgeben. So triff Wald vielerorts Sandstrand. Am Rand des Ostseebades erhebt sich die 13 Meter „Hohe Düne“, von der der Blick über die See bis zum Leuchtturm „Darßer Ort“ reicht. Prerow ist zudem Anziehungspunkt für FKK-Anhängern – hier gibt es einen der größten textilfrei-Strände Deutschlands.

Die Ostsee bei strahlendem Sonnenschein: Der Darß zeigt sich von seiner schönsten Seite. (Foto: Wimber)

Rügen – Bodden und Dünen
Die Insel Rügen ist die größte deutsche Insel. Sie zählt mit Cap Arkona, Boddenlandschaft und Steilküsten zu den attraktivsten Urlaubszielen entlang der Ostsee. Im Norden lockt der verhältnismäßig flache und fischreiche Jasmunder Bodden Angler und Segler. Ein besonderes Erlebnis ist der Törn auf einem der zahlreichen historischen Zeesenboote, die mit ihren roten Segeln zudem ein eindrucksvolles Bild abgeben.

2011 verlieh die UNESCO dem Nationalpark Jasmund Weltnaturerbe-Status. Weite Buchenwälder und die Kreideküste mit dem Königsstuhl gehören dazu. Die Buchten und Landzungen Rügens haben zudem einige feine Sandstrände hervorgebracht – etwa der zehn Kilometer lange weißsandige Strand der Wittow und Jasmund verbindet. Schaprodehat einen der wenigen Sandstrände Westrügens zu bieten. Im Osten können Strandurlauber sich vor der Kulisse des Kraft-durch-Freude-Baues sonnen. Aber der Strand an der Prorer Wiek, dieser Meeresbucht zwischen Binz und Sassnitz, gilt als einer der schönsten an der Ostsee und ist besonders fein.  Der breite Dünen- und Waldgürtel bietet eine Extraportion Abgeschiedenheit. Als wenig überfüllt und ideal für Familien mit Kindern gilt im Norden der Naturstrand bei Neuendorf.

Besonders bekannt ist Rügen für seine Kreidefelsen. (Foto: Wimber)

Kolberg – sammeln und sonnen
Einen feinsandigen und gepflegten Strand finden Urlauber auch im polnische Kolobrzeg. Über sechs Kilometer zieht sich dieser an der westpommerschen Ostseeküste entlang und bietet eine Besonderheit: Bernsteine.  Insbesondere morgens und nach stürmischen Tagen lassen sich die versteinerten Baumharzkugeln hier finden. Tagsüber tummeln sich auf dem Hauptstrand zwischen Leuchtturm und Waldenfelsschanze Sonnenhungrige, Badende, Strandkorbfreunde und Beach-Volleyball-Spieler. Verkäufer mit Bauchladen bieten Erfrischungen an. Leuchtturm und Hafen stellen auch den Beginn der Promenade dar. Etwas mehr Ruhe bieten die Strandabschnitte  östlich des Hauptstrandes oder hinter dem Hafen in Richtung Westen. Die schönsten und am wenigsten überlaufenen Strände sind östlich bei Ustronie Morskie und westlich bei Grzybowo und Dzwirzyno.

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