Nicht erst seit E-Bikes in Mode gekommen sind, erfreuen sich Fahrradtouren großer Beliebtheit. Insbesondere in den Sommermonaten kann man vom Sattel aus die Schönheit der Landschaft entdecken, genießen und sich einfach treiben lassen. Die Ostsee als Binnenmeer ist ideal, um sie zu umrunden – na ja, zumindest wenn man sportlich ist und/oder viel Zeit hat. Es gibt sogar eine ausgearbeitete Route, die Radfahrer einmal um die Ostsee herum führt. Die Baltic Sea Cycling Route – EuroVelo 10 ist rund 9.000 Kilometer lang und führt durch die neun Anrainer-Länder Deutschland, Polen, Lettland, Litauen, Estland, Russland, Finnland, Schweden und Dänemark.

Nicht alle Teile der EuroVelo 10 sind dabei ausgeschildert oder komplett ausgebaut. Um den Bottichen Meerbusen in Finnland etwa befindet sich die Strecke noch im Aufbau; in Deutschland und Dänemark ist sie zwar bereits vorhanden, aber nicht überall finden sich die offiziellen EuroVelo-Schilder.

In Estland führt die Route nicht ausschließlich an der kontinentalen Küste entlang, sondern schließt auch die Inseln Saaremaa und Hiiumaa mit ein; in Dänemark ist natürlich auch Inseln-Hopping angesagt. Zudem können Radfahrer auf ihrer Tour an zahlreichen Weltkulturerbe-Städten halten wie die Kreidefelsen auf Mön und das schwedische Karlkrona (UNESCO Weltkulturerbe), das Schloss der pommerschen Herzöge in Darłowo oder das dänische Handelszentrum Stege (Kulturerbestädten), der Worin Nationalpark und die Orłowo Klippen sowie die Inseln Ærø und Rügen als Naturdenkmäler.

Die Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern: Da haben sogar die Fahrräder einen tollen Ausblick. (Foto: Wimber)

Wer es etwas kürzer mag, kann die Strecke natürlich auch in kleinere Happen einteilen. So führt eine gut ausgebaute und beschilderte Strecke von Kopenhagen nach Gdansk. Rund 2.000 Kilometer ist die Baltic Sea Coast Cycle Route lang und schließt die Länder Dänemark, Deutschland und Polen ein. Komoot macht den Vorschlag, die Etappe in 21 Tagen zu absolvieren. Die kürzeste Strecke ist dabei rund 30, die längst etwa 65 Kilometer lang. Auf der Strecke liegen zahlreiche Jugendherbergen, Zeltplätze oder andere – auch Bike&Bed – Unterkünfte, in den Fahrradfahrer die Nacht verbringen können.

Noch kürzer geht es natürlich auch noch: Etwa auf dem Ostseeküstenradweg in Schleswig-Holstein (rund 450 Kilometer lang) von von Kupfermühle bei Flensburg bis nach LübeckTravemünde oder auf dem sich anschließenden Ostseeküstenradweg in Mecklenburg-Vorpommern von Lübeck über Rügen bis zur Seebrücke in Albeck. Die GPX- bzw. GPS-Datei zu der Route gibt es auf der Internetseite des jeweiligen Radweges.

In Dänemark führt die Nationale Route 8, die Baltic Sea Cycle Route über 820 Kilometer in einer Rundtour über die dänischen Inseln. 14 Etappen von minimal 30 Kilometern und maximal rund 75 Kilometern Länge werden vorgeschlagen; vier Fährverbindungen müssen Radtouristen einkalkulieren. Die Strecke kann auch aufs Handy geladen werden.

Wer auf Rügen Rad fahren will, hat ebenfalls die Auswahl zwischen 800 Kilometern Radwegen. So gibt es zahlreiche Themenwege – etwa „Silber des Meeres“ oder „Heilige Städten“ – und Strecken, die „Leuchttürme, Strand und Häfen“ oder die „Bodenidylle auf Westrügen“ einschließen. Auch die andere deutsche Ostseeinsel – Fehmarn – eignet sich hervorragend zum Radfahren. Hier stehen Radtouristen 300 Kilometer an ausgebauten Radwegen zur Verfügung. Die Themenrouten sind maximal 40 Kilometer lang und heißen „Kirchentour“, „Sundbrückentour“ oder „Häfentour“.

Auch interessant: Wer wissen will, ob er sein Rad mit der Bahn transportieren kann, sollte auf die Internetseite der Europäischen Fahrradverbands (EFC, European Cyclists‘ Federation) schauen. Demnach ist die Mitnahme in Deutschland fast unbegrenzt möglich, in die Niederlande, Frankreich und England mit Verzögerungen, in andere Länder der EU aber nicht möglich.

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